Projekt Brennstoffzelle
Im Rahmen der thematischen Orientierung des Technologiezentrums des Landkreises Riesa-Großenhain wurde 1992 gemeinsam mit der Fördergesellschaft Erneuerbare Energien e.V. das Technologieprojekt "Innovative umweltschonende Energietechniken" initiiert.
Das Projekt wurde von 1996 bis 1999 mit dem Fraunhofer-Institut Solare Energiesysteme Freiburg mit folgenden im nationalen und europäischen Maßstab bis heute teilweise einmaligen Ergebnissen durchgeführt:
- Inbetriebnahme der europaweit ersten, in ein Hausenergieversorgungssystem integrierten Brennstoffzelle (BZ) mit 7,5 kW elektrischer Leistung
- erste solare Klimatisierung Deutschlands in einem Technologiezentrum
- Betrieb eines katalytischen Brenners für Erdgas mit über 8000 Betriebsstunden
- Inbetriebnahme des ersten Erdgaskompaktreformers zur Erzeugung von Wasserstoff als Brenngas für ein PEM-BZ-BHKW in Deutschland
Seit 2000 existiert ein stabiles Netzwerk von Unternehmen und Forschungseinrichtungen, das aufbauend auf den Erfahrungen im TGZ die Entwicklung eines PEM-BZ-Heizgerätes zur stationären Energieversorgung konsequent vorangetrieben hat. Durch die Bearbeitung von mehreren Technologietransferprojekten, gefördert durch den Freistaat Sachsen und die Europäische Union, konnten eine Vielzahl von kleinen, vorwiegend Sächsischen Unternehmen mit ihrem speziellen Know-how in die Komponentenentwicklung einbezogen werden.
Die Aufgabenverteilung im Netzwerk ist klar umrissen. An der TU Bergakademie Freiberg wird der Reformer permanent weiterentwickelt, das DBI Freiberg beschäftigt sich mit der Brennertechnik und arbeitet bei der Zertifizierung solcher Anlagen mit und die Firma inhouse engineering Berlin hat jahrelange Erfahrungen mit der Entwicklung und Fertigung von PEM-BZ-Stacks bis zu einer elektrischen Leistung von 5 kW.
Die Koordination der Netzwerktätigkeit findet, durch ein NEMO-Projekt (Netzwerkmanagemant Ost) des BMWi unterstützt, im TGZ statt, wo auch eine Versuchsanlage für Komponententests weiter betrieben wird. Für die Fertigung der inhouse-Heizgeräte wurde die Riesaer Brennstoffzellentechnik GmbH (RBZ GmbH) gegründet, die vom gesamten Wissenspool der Netzwerkpartner partizipieren kann.
Das erste kompakte Feldtestgerät inhouse4000 wurde auf der Hannover Messe 2005 ausgestellt, anschließend im Botanischen Garten Chemnitz installiert und läuft dort im Feldtest seit über zehntausend Stunden. Mit insgesamt 12 Anlagen der neuen Gerätegeneration inhouse5000, ausgestellt auf der Hannovermesse 2008, wird demnächst ein umfangreicher Feldtest an verschiedenen Standorten Deutschlands gestartet.

Kriterien für eine erfolgreiche Markteinführung der Brennstoffzellentechnologie sind Lebensdauer, Zuverlässigkeit und natürlich der Preis. Insbesondere das Kostenziel von ca. 4000 Euro pro kW elektrischer Anlagenleistung kann von den Feldtestanlagen bisher noch nicht erfüllt werden. Durch die intensive Entwicklungsarbeit, die Sensibilisierung der Zulieferindustrie und umfangreiche Feldtests mit Brennstoffzellenanlagen wird der Beginn der Markteinführung für 2010 prognostiziert.
Die RBZ GmbH und ihre Netzwerkpartner nehmen unter den Entwicklern in Deutschland und Europa einen vorderen Platz ein und werden mit ihren Brennstoffzellenheizgeräten vom Typ inhouse dann auf jeden Fall auf dem Zukunftsmarkt der effizienten Energietechniken dabei sein.